Barone Ricasoli

Barone Ricasoli

Die Geschichte der Familie Ricasoli bietet Stoff, für den ein Film nicht ausreichen würde. Historie, Familiendrama und Wirtschaftskrimi zugleich. Die Familie gehört zum italienischen Hochadel und besitzt seit achthundertfünfzig Jahren eine der bemerkenswertesten Burgen an der „Strada die Castelli del Chianti“. Zudem zählt zu ihren Familienmitgliedern der Begründer der Chianti-Formel, Benettino Ricasoli. Und doch ist die Familie Ricasoli ganz anders als die übrigen toskanischen Adelsweingüter. Der Weg verläuft entgegen der verbreiteten Praxis, ein mehr oder weniger erfolgreiches Weingut an ausländische Investorengruppen zu verkaufen. Hier wurde das Gut zurück erkämpft. 1990 übergab der Vater seinem Sohn Francesco, der von nichts Ahnung, aber Lebenserfahrung und eine gute Nase hatte, 1,6% der Fatturia di Brolio SPA. Der Sohn, eigentlich Fotograf, kämpfte sogar ums Wasser und gewann. Innerhalb kurzer Zeit schaffte es der Barone sehr ernst zu nehmende Weine vorzustellen (zehnmal Dreigläser) und erfuhr schließlich die Anerkennung als „Winzer des Jahres 2002“ durch den Gambero Rosso. Heute steht er mit einer handvoll anderer toskanischer Winzer für die Erneuerung und Qualitätsrevolution des Chianti-Gebietes.

Beachtlichen Anteil am qualitativen Höhenflug von Barone Ricasoli hat ohne jeden Zweifel ihr Chef-Önologe, Carlo Ferrini, der das Chianti und seine Weine vermutlich besser kennt als irgendjemand sonst auf der Welt. 2008 kürte das amerikanische Fachmagazin Wine Enthusiast den Toskaner zum „Winemaker of the Year“.